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Sind
Rentenreform, Arbeitslosigkeit oder der Atomausstieg Länderthemen?
Ganz
sicher! Hierzu Stimmen von Spitzenpolitikern.
Auch Oettinger
betonte die Position seines Landes im Bundeskarussell: „Eine starke
CDU in Baden-Württemberg ist eine Bedingung für eine gute Bundespolitik“
und „Mit unserem Rückenwind werden auch die Spielräume
der Bundespartei für Reformen größer“
Ministerpräsident
Müller (CDU) hatte unter anderem mehr Einsatz für die große Koalition
in Berlin gefordert. „Wir müssen für den Erfolg dieser Koalition
eintreten“, hatte er gesagt. Ein Scheitern werde zur Veränderung
des Parteiensystems führen.
Merkel betonte in Stuttgart
„Wir brauchen für den Bund ein starkes CDU-geführtes Baden-Württemberg.“
In Karlsruhe äusserte sich Merkel: "Die CDU
in Berlin hat nur dann Rückenwind, wenn der Rückhalt aus den Ländern
kommt"
Verlagerung von Arbeitsplätzen
kein Thema für unsere Landespolitiker Audi Zulieferer Alcoa
verlagert die Kabelbaumfertigung für den Audi A6 mit 127 Arbeitsplätzen
im April 2006 von Neckarsulm nach Ungarn! Es geht wohl kaum
ums Überleben bei Audi oder seiner Zulieferer, eher doch um Profitsteigerung!
Ganz sicher geht es um die Existenzgrundlage von 127 Menschen aus
der Region Heilbronn. Der CDU Ministerpräsident Öttinger
weilt genau zu dieser Zeit in der Region. "Moderat dozierend"
über Wirtschaftskraft, Leistungsbilanzen und Rücktritt des CDU Sozialministers,
mahnte er auch "die hohen Lohnnebenkosten zu senken".
Nicht einmal mitten im Wahlkampf ein Wort oder gar Einsatz für die
127 in Existenzangst geratenen Menschen in Neckarsulm. Auch hier
offenbaren sich die "Prioritäten" unserer abgehobenen
Politiker. Wie bei der, "bestenfalls" die Arbeitslosigkeit
steigernden, Rente mit 67 fürs Volk. Für sie selber offenbar kein
Thema, statt mit gutem Beispiel selbst voranzugehen.
Politiker
können keine Arbeitsplätze schaffen - aber vernichten! Arbeitsplätze
schaffen könne nur die Wirtschaft, wird von Politikern und ihrer
neoliberalen Gefolgschaft gern behauptet. Eine schlichte Lüge: Sind
Politiker doch auch Arbeitgeber von 4,8 Millionen (vor 10 Jahren
noch 6 Mio) Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Ganz im Gegensatz
zur angeblichen "Vorfahrt für Arbeit" werden Arbeitsplätze
auch in den Ländern durch Arbeitszeitverlängerung vernichtet. Bereits
2004 wurde die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 40 Stunden angehoben.
Nach Berechnungen des DGB kostet die Arbeitszeitverlängerung von
39 auf 40 Stunden rund 5.000 Arbeitsplätze. Haushaltssanierung auf
Kosten der Beschäftigten kann nicht funktionieren. Das steigert
lediglich Konsumschwäche und Massenarbeitslosigkeit.
Althaus
fordert 42-Stunden-Woche Thüringens Ministerpräsident Dieter
Althaus hat sich für einen deutlichen Personalabbau im öffentlichen
Dienst ausgesprochen. "Aus Sicht der neuen Länder, wo schon immer
40 Stunden gearbeitet wurde, wirkt das zähe Festhalten an den 38,5
Stunden im Westen geradezu lächerlich" Verdi-Bezirkschef Thomas
Voß warnte, die Anhebung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden würde
in Thüringen 1900 Stellen kosten.
Rente
ab 67 fürs Volk - für Politiker ab 55 und früher Wochen-
und zusätzlich Lebensarbeitzeit erhöhen bedeutet keine "Vorfahrt
für Arbeit", sondern vernichtet noch mehr Arbeitsplätze. Ein
weiterer Sozialanschlag von Rot-Schwarz auf die Versicherten ist
die beabsichtigte Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67, angesichts
hoher Massenarbeitslosigkeit und hohen Produktivitätszuwachses.
Unehrlich und gewissenlos sind solche Absichten: Bekanntlich werden
seit Jahren schon 50jährige in vielen Firmen aus dem Arbeitsverhältnis
gedrängt. Es wäre nichts als gnadenloses Abschieben in Arbeitslosigkeit
und soziale Not. Unehrlich wird ein ganz anders Ziel verfolgt: Raffelhüschen
(Mitglied der Rürup-Kommission) erklärte in einem Interview Ende
Oktober: "Es geht bei der Rente mit 67 nicht darum, dass auch
länger gearbeitet wird." Tatsächlich sei das Ziel einer solchen
Maßnahme, dass die Arbeitnehmer höhere Abschläge auf ihre vorgezogenen
Renten in Kauf nehmen. Wer den Wunsch habe, mit 65 Jahren in den
Ruhestand zu gehen, erhalte dann zweimal 3,6 Prozent weniger jährliche
Rente. "Das ist eine versteckte Rentenkürzung, so ehrlich muss
man sein."
Ganz im Gegensatz dazu die üppige
Selbstversorgung der Politiker! Für sie gilt
heute nach weniger als 20 Arbeitsjahren: Rente ab 55 und früher,
ohne Abschläge:
Landesminister mit Pensionsanspruch im Alter von 42 bzw.
50 Jahren! Diese Fälle drangen im Frühjahr 2005 an
die Öffentlichkeit: Zwei vormalige baden-württembergische Kabinettsmitglieder,
nämlich Christoph Palmer (CDU) und Walter Döring (FDP), erhalten
bereits heute eine Ministerpension, die ihnen erst in einigen Jahren
zusteht, kritisiert die SPD-Fraktion im Landtag unter Berufung auf
ein Rechtsgutachten. Das Landesamt für Besoldung und Versorgung
bezeichnete die Zahlungen hingegen als rechtlich einwandfrei. Der
50jährige Döring war im Juni 2004 als Wirtschaftsminister zurückgetreten,
nachdem es Hinweise gegeben hatte, daß eine sein Ressort betreffende
demoskopische Untersuchung von einem Unternehmen finanziert worden
war, und die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts
der Vorteilsnahme aufgenommen hatte. Palmer, 42, war Ende Oktober
2004 als Staats- und Europaminister zurückgetreten, weil er im parteiinternen
Streit über die Ablösung des Ministerpräsidenten den Bundestagsabgeordneten
Joachim Pfeiffer, CDU, der zu den Teufel-Gegnern zählt, geohrfeigt
und als „Verräter“ und „Drecksau“ beschimpft hatte. Döring
wie Palmer sitzen weiterhin im Landtag und erhalten Abgeordnetendiäten
von rund 4750 Euro. Hinzu kommt in beiden Fällen ein monatliches
Ruhegehalt für ehemalige Minister von 6334 Euro, das jedoch für
die Zeit der Zugehörigkeit zum Landtag mit den Diäten teilweise
verrechnet wird. Darum bleiben in beiden Fällen 4300 Euro, so daß
sich Abgeordnetenbezüge und Ministerpension auf monatlich 9050 Euro
addieren. Nach heftiger Kritik in der Öffentlichkeit gibt der
42jährige Palmer im Februar 05 bekannt, dass er seine umstrittene
Pension nach Abzug von Steuern vorläufig (bis zum Pensionsberechtigungsalter
55?) einer gemeinnützigen Organisation (Leonhardskirche in Stuttgart)
spenden wird.
Kopfschütteln über Münteferings Initiative
50 plus Die Pläne von Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD),
die für mehr Beschäftigung älterer Arbeitnehmer in Deutschland sorgen
sollen, beinhalten offenbar nicht viel Neues. Bei der Bundesagentur
für Arbeit (BA) in Nürnberg reibt man sich verwundert die Augen
angesichts dessen, was sich Bundesarbeitsminister Franz Müntefering
ausgedacht hat, um die Job-Chancen Älterer zu verbessern. Viele
seiner Vorschläge sind nämlich längst Realität - und funktionieren
nicht.
Trotz dramatischer Rentenkürzungen weitere
Nullrunden Auch mit den angedrohten weiteren Nullrunden
der Rentenanpassung werden Rentenversicherte um ihre längst bezahlten
Rentenansprüche betrogen. Obwohl die gescheiterte Reformpolitik
von CDUCSUFDPGrüneSPD bereits zu dramatischen Rentenkürzungen geführt
hat: Wegen der Einführung des Demografie-Faktors um rund 100 Euro
pro Monat, die Reformen von Rot-Grün noch einmal um 200 Euro/Monat,
bezogen auf die im Jahr 2009 zu erwartende Eckrente. "Die gesetzliche
Rente droht immer weiter auf Sozialhilfeniveau abzurutschen",
sagte der VdK-Präsident. Die Hälfte der männlichen Rentner habe
nur eine monatliche Rente von bis zu 1000 Euro, zwei Millionen Frauen
hätten nur eine Rente von 650 Euro. Hirrlinger: "Da zählt jeder
Cent." Hinzu komme, dass die Kaufkraft der 20 Millionen Rentnerinnen
und Rentner weiter sinke.
Rentenversicherten und Rentnern
wird in die Tasche gegriffen wo es nur geht Einerseits werden
die Renten stärker besteuert mit dem Argument die Rentenbeitragszahlungen
sollen steuerlich entlastet werden. Andererseits überlegt Rot-Schwarz/Müntefering
die Entgeltumwandlung-Regelung (auf diese Vorsorgeaufwendungen werden
bei Einzahlung weder Steuern noch Sozialabgaben fällig - allerdings
bei Auszahlung), nach 2008 auslaufen zu lassen.
Oettinger-Vorschlag:
Gehaltsverzicht für Ältere Der CDU - Ministerpräsident Günther
Oettinger hat vorgeschlagen, dass ältere Arbeitnehmer auf Gehalt
verzichten sollten, um ihre Arbeitsplätze zu sichern. Als Begründung
führte er an, so berichtete die Schwäbische Zeitung, dass ein 60-jähriger
Fabrikarbeiter nicht mehr die gleiche Leistung bringen könne wie
sein 30-jähriger Kollege. Auch ein 60-jähriger Mitarbeiter der IT-Branche
sei nicht mehr so innovativ wie ein 30-jähriger Kollege. Mit 40
überschreite man eben seinen Leistungshöhepunkt, erklärte der 52-jährige
Ministerpräsident. Selber wollen er und seine CDU Parteigenossen
aber nicht mit "gutem Beispiel" vorangehen.
Oettinger und Wulff rütteln am Atomausstieg Nach
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff rüttelt auch Baden-Württembergs
Regierungschef Günther Oettinger am Atomausstieg. Damit eröffnen
Unionspolitiker einen neuen Konflikt in der noch jungen Koalition.
Im Koalitionsvertrag ist festgelegt, dass der 2000 von SPD und Grünen
ausgehandelte Ausstieg aus der Atomenergie nicht angetastet wird. Durch
einen Trick die Abschaltung von Atomkraftwerken in den kommenden
vier Jahren verhindern? Nach dem Atomkonsens können zulässige
Reststrommengen von einem Kraftwerk auf das andere übertragen werden
- in der Regel allerdings nur von älteren Meilern auf neue. Mit
Zustimmung der Bundeskanzlerin, des Wirtschafts- und des Umweltministers
können aber auch Reststrommengen von jüngeren auf ältere Meiler
transferiert werden. So könnten die Betreiber vermeiden, vor 2009
Biblis A und Neckarwestheim abschalten zu müssen. Restlaufzeiten
von jungen AKW verkürzen um sie für alte zu verlängern?
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